Die Lebensversicherung mit Auszahlung soll die Familie versorgen, wenn der Versorger stirbt. Gleichzeitig wollen Sie durch eine Lebensversicherung mit Auszahlung den Spar-Turbo fürs Alter zuschalten. Geht diese Rechnung noch auf? Oder schütten Sie Ihre Spar-Perlen damit vor die Säue?
Lahme Ente & Turbo-Verkäufer
Die Lebensversicherung mit Auszahlung sei kein Turbo, sondern eine lahme Ente. So klagen unabhängige Finanzberater und Verbraucherschützer. Der Versicherungsmakler wird dies mit Sicherheit bestreiten. Denn im Geschäft gilt: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing." Der Makler verdient pro Vertragsabschluss bis zu einem Jahresbeitrag, den der Kunde an die Versicherung einbezahlt. Daher neigen geschäftige Makler zum Aufschwatzen von teuren Verträgen.
Gut versichert, schlecht gespart
Die Experten rechnen vor: Bei einem aktuellen Allianz-Tarif zahlt ein 35-jähriger Mann über einen Zeitraum von 12 Jahren insgesamt 50.232 Euro ein. Die garantierte Auszahlung beträgt aber nur 50.000 Euro. Ein Minusgeschäft. Nach Meinung der Finanzexperten schneiden die Kunden bei anderen Gesellschaften und Tarifen nicht viel besser ab: Sie können nur minimale Verzinsung im Ein-Prozentbereich erwarten. Daher die Empfehlung: Gehen Sie zur Bank zum Sparen und zur Versicherung zum Versichern.
Lebensversicherung in Krisenjahren
Auch bei langfristigen Verträgen mit 30 Jahren Laufzeit schlage das sichere Sparkonto den Sparplan der Lebensversicherung. Warum? Die Lebensversicherungen verdienen in den aktuellen Krisenzeiten nicht mehr so gut wie noch im Jahr 2000. Die Gewinne stürzten von 7 auf 4 Prozent. Die Kosten der Versicherung für Makler, Verwaltung und Risikoprämie stiegen. Folge: Die Kunden müssen leiden. Besonders viel leiden Kunden, die ihre Lebensversicherung kündigen. Die Kündigung einer Lebensversicherung mit Auszahlung kostet extra.
Ganz schlecht
Mit einer Lebensversicherung mit Auszahlung handeln Sie sich die folgenden Nachteile ein:
- Geringe Geldvermehrung im Bereich von einem Prozent. Ein Gewinn, der eigentlich ein Verlust ist, denn die allgemeine Preissteigerung frisst diesen kläglichen Gewinn wieder auf;
- Nur zwei Drittel Ihrer Spareinlage ist zum Sparen da, der Rest fließt in die Verwaltung, das Heer von Maklern und die Risikoprämie für den Sterbefall;
- Fixe monatliche Beiträge, die die Kunden drücken, wenn sich die Lebensumstände und damit das verfügbare Einkommen ändern.
Nicht schlecht
Was sind dann eigentlich die Vorteile?
- Wenn die Wirtschaft läuft, dann verdienen die Versicherungsgesellschaften vielleicht wieder üppiger und können ihren Kunden höhere Auszahlungen gönnen;
- Bei Sparplänen der Bank ist das Geld leichter verfügbar. Die Versuchung ist größer, sich etwas zu gönnen, anstatt für das Alter zu sparen.
- Risikolebensversicherung und Sparplan laufen über einen Vertrag. Eins statt zwei ist bequemer.
Was nun? Aus eins mach zwei
Verbraucherschützer sehen im umtriebigen Eichhörnchen das Vorbild für den umsichtigen Sparer: Die Nüßchen für den Winter auf viele Verstecke verteilen und nicht auf eins. Statt einer Lebensversicherung mit Auszahlung sollten Kunden eine günstige Risikolebensversicherung abschließen. Für die Geldanlage sollten sich die Kunden bei den Banken nach festverzinslichen und risikofreien Geldanlagen umschauen. Vielfalt ist besser als "Alles auf eine Karte".
Ein Vertrag zu Lebensversicherung mit Auszahlung wird so zu mindestens zwei Verträgen: die günstige Risiko-Lebensversicherung + höher verzinste Geldanlage bei der Bank. Aktuelle Angebote etwa der Deutschen Bank offerieren 2,75 Prozent im Jahr bei einer Laufzeit von 12 Jahren.
Der Experten-Rat: Banken zum Sparen, Versicherungen zum Versichern.
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